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An der Universität nur studieren?

by rcadmin

Am Anfang unseres Weges in den politischen Arbeiten haben wir uns alle bestimmt dieselbe Frage gestellt, mit der viele begründen sich nicht zu organisieren. Studieren und gleichzeitig in der Freizeit organisiert sein, wie soll das gehen? Und welche Rolle haben diese Jugendlichen die sich bilden und einen radikalen Jugendgeist haben oder entwickeln?

RONÎ ELÎH

Die meisten Bewegungen oder Revolutionen entstanden durch junge Intellektuelle oder durch StudentInnengruppen. So auch die PKK, die mit Rêber APO und einer kleinen Gruppe von Studenten entstand. Mit der Gründung der PKK aus einer StudentInnengruppe heraus, wurde der Grundstein für den kurdischen und internationalen Befreiungskampf, sowie den Demokratischen Konföderalismus gelegt. Diese Gruppe selbst formierte sich aus dem Ende der 68er Bewegung. Die 68er Bewegung ist auch bekannt als StudentInnen-Revolte, die eine klare Haltung gegen das kapitalistische ausbeuterische System war. Sie kritisierten nicht nur, sie taten auch aktiv was dagegen. Ihr Widerstand war eine Antwort auf die Fragen „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, „Wenn nicht du, wer dann?“. Ihre Gegenkraft gegen das bestehende System und gleichzeitig der Kampf für eine sozialistische Gesellschaft hat auf der ganzen Welt Widerhall gefunden. Rund um den Globus sind in erster Linie StudentenInnen dem ausbeuterischen System entgegen getreten. Es ist deshalb auch keineswegs ein Zufall, dass fast alle RevolutionsführerInnen Studierende waren. Beispiele sind der international bekannte Revolutionär Ernesto Che Guevara aus den Reihen der kubanischen Revolution, oder Rosa Parks und Martin Luther King jr. der Bürgerrechtsbewegung in den USA.
Es sind die StudentInnen, die die gegebenen Verhältnisse kritisch hinterfragen und nicht akzeptieren. Sie sind es, die eine starke Haltung zeigen und die Avantgarde jeder Revolution darstellen.
Und besonders wegen der Rolle, die den StudentInnen natürlich zukommt, versucht der Staat ohnehin sie durch eine psychologische Kriegsführung von ihrer eigentlichen Identität fernzuhalten. Sie davon abzuhalten, sich mit der Politik zu beschäftigen und sie dadurch zu entpolitisieren. Sie sollen ihren Jugendgeist durch das Büffeln in der Unibib nicht entfalten können, lediglich das Gegebene auswendig lernen und wiedergeben. Der Staat versucht die StudentenInnen nur mit der Uni zu beschäftigen, damit sie alles was auf der Welt passiert nicht mitbekommen. Die Universität ist längst kein Ort der Bildung mehr. Sie ist viel mehr zu einem Ort der Assimilierung, zum Ort der Ideologie des Systems geworden.

Arbeitsfelder der Studierendenorganisation

Im Kindesalter träumt jede Person davon, die Welt irgendwann zu einer Besseren zu machen. Doch durch die Einflüsse des Systems, vergessen wir oft unsere Kindheitsträume oder wir denken, dass wir „etwas erreichen“ müssen, um Einfluss auf die Politik zu nehmen und damit etwas verändern zu können. Doch die Geschichte hat uns gezeigt, nur durch Theorie und Diplom wird keine Praxis geschaffen. Die Dialektik von Worten und Taten ist ungemein wichtig, denn nur so kann man es schaffen Utopien Realität werden zu lassen. Ein Diplom und einige kluge Worte allein werden nicht die Welt ändern. Das wird nur meine Synthese aus Gedanke, Idee, Theorie, Leidenschaft, Gewissen, Tatendrang und Praxis schaffen.
Weder die YXK noch die JXK sind aus der Zeit der 68er Bewegung entstanden, doch sie sollten den Jugendgeist der 68er weiter führen. Mit diesem Jugendgeist und der Philosophie Rêber APOs organisieren sie sich an den Universitäten und verfolgen das Ziel einer demokratischen Gesellschaft. Deshalb versuchen die YXK und die JXK durch ihre Arbeiten und Aktivitäten direkten Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. Zu diesen gehören unter anderem die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen, wie die Hüseyin Çelebi Literaturpreisveranstaltung, dem Delîl-Ateş Fußballturnier, der Publikation der Zeitschrift Ronahî, der Winter- und Sommerakademien und den Kurdischen Filmtagen sowie Kurdischkurse, Ausflüge, Konzerte, Seminare und Foren. Diese Aktivitäten an den Universitäten und an den Orten, an denen die einzelnen Gruppen aktiv sind, sind neben politischen Aktionen, wie Kampagnen, Infoständen, Flyern, Plakatieren und Aktionen des politischen Ungehorsams wie Partei-Büro Besetzungen und Störaktionen an den Universitäten Teil der Einbringung in die Gesellschaft und Politik.
Besonders innerhalb der YXK oder der JXK ist der Zusammenhalt als Gesellschaft und die Unterstützung, mit der sich die Mitglieder begegnen von einer außerordentlichen Qualität. Sie versuchen im Herzen des Kapitalismus ein alternatives System, basierend auf der Philosophie Rêber APOs, zu beleben, in der die Kollektivität zur Realität wird.
StudentInnen in höheren Semestern können es den StudentInnen im ersten Semester erleichtern an der Universität Fuß zu fassen, ihren Weg zu finden und ihnen so allgemein das Leben zu erleichtern. Zeit, die man in die YXK und JXK investiert, kann man also nutzen um sich selbst und andere weiterzubilden.
Durch unsere Arbeiten erhält der kurdische Befreiungskampf eine allgegenwärtige Aufmerksamkeit. Viele Menschen kommen in Kontakt mit der kurdischen Kultur und der Idee des Demokratischen Konföderalismus. Durch eine große Gruppe junger Intellektueller wird für die Revolution und vor allem zur Unterstützung von Projekten wie Rojava eine Lobby geschaffen, welche auch auf die Politik Einfluss nehmen kann. Zudem sind wir mit verschiedenen internationalistischen Organisationen verknüpft, um internationale Kämpfe zu vereinen und vereint eine stärkere Gegenkraft zu bilden.

Aktiv sein für eine bessere Welt

Wir müssen davon überzeugt sein, dass wir mit unseren Arbeiten großen Einfluss auf die Politik und Gesellschaft nehmen können. Wir können mit unserer Arbeit ein radikales Sprachrohr für die Gedanken Rêber APOs sein. Besonders weil wir das Potenzial haben, eine große Reichweite zu erreichen, begegnet das System uns mit einer Kriminalisierungspolitik.
Weder Wahlen noch leere Worte von PolitikerInnen ändern wirklich was. Seit Jahren wird über den Klimawandel diskutiert. Das Ergebnis davon: mehrere Abkommen, an die sich keiner hält. Seit Monaten geben viele Staaten Stellungnahmen ab und kritisierten den türkischen Angriffskrieg. Doch der Waffenexport geht auf Hochtouren weiter.
Wir müssen aus der Beobachterperson raus und aktiv für eine bessere Welt kämpfen.
Unsere Zukunft können wir niemals in Händen anderer legen. Wir sind es, die die Zukunft verändern können. Mit unserer Organisierung besonders als StudentInnen können wir eine Antwort auf den menschenverachtenden Angriff auf die Heimat geben. Den Kriegstreibern kein ruhiges Hinterland!

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