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Der legendäre Widerstand in Kobanê

by rcadmin

Bedeutung des Widerstandes in Kobanê

In der Geschichte der Menschheit gibt es viele Kämpfe, Schlachten in dem sich das Schicksal der Menschen entscheidet. Schlachten, in denen eine Festung, eine Stadt oder ein Dorf zu einem Symbol werden, um die sich große Armeen schlagen um ihre Überlegenheit unter Beweis zu stellen. So hat die Schlacht um Stalingrad 1943 den Untergang des Faschismus in Deutschland mit sich gebracht und führte letztendlich dazu, dass die Rote Fahne des sowjetischen Volkes über die Mauern von Berlin wehte dort, wo eins das Herz des Faschismus geschlagen hatte.

Eine ähnliche Rolle hat auch „die Schlacht um Kobanê“ für die kurdische Region gespielt. Es wurden nicht nur die Errungenschaften der Revolution verteidigt, sondern genauso wie die Rote Armee ihre Fahne bis nach Berlin trug, haben die KämpferInnen von Rêber APO die Fahne der Revolution bis auf die Mauern Reqas getragen und die Hochburg des IS-Faschismus in Trümmern gelegt. Dort wo Faschismus, Sexismus und Hass gedeihen sollte, erblüht Heute die Hoffnung nach Gerechtigkeit und die Geschwisterlichkeit der Völker.

Deshalb ist es Heute, 4 Jahre nach dem Kobanê-Widerstand, wichtig zu erkennen was für ein großer Widerstand in Kobanê geleistet wurde und an jene GenossInnen zu denken, die für die Revolution gefallen sind.

Angriff auf Kobanê und Feinde der Revolution

Am 14. September 2014 starten die Banden des IS einen Großangriff gegen Kobanê. Wichtig zu wissen ist, dass Kobanê eine doppelt symbolische Bedeutung für die Feinde der Rojava Revolution hat. Erstens ist Kobanê die erste Stadt, die Rêber APO in Rojava betretet, als er 1979 Nordkurdistan verlässt, um im Mittleren-Osten die Guerilla Armee aufzubauen. Es ist Rêber APOs erster Schritt nach Rojava welches die Basis für den bewaffneten Kampf legt. Zweitens ist Kobanê der Ort, an dem die Rojava Revolution beginnt. Am 19. Juni 2012 wird als erstes die Stadt Kobanê befreit, darauf folgen Efrîn und Dêrîk. Kurz danach wird die autonome Region Rojava ernannt. Gleichzeitigt ist Kobanê im Gegensatz zum Kanton Cizre isolierter, im Gegensatz zu Efrîn ist die Region Flach und kann schlecht durch einen Guerilla Krieg verteidigt werden. Schon Monate vor dem Angriff wird die Stadt Pirsûs (Suruç) an der Grenze zu Kobanê als, Zentrum zur Vernichtung der Rojava Revolution vom AKP-Regime vorbereitet. Große IS-Lager werden unter Aufsicht von türkischer Polizei und Militär aufgebaut, Krankenhäuser zur Behandlung von IS-Kämpfern vorbereitet und dschihadistische HÜDA-PAR/ HIZBUL-KONTRA Banden werden zur Niederschlagung von möglichen Aufständen in Pirsûs ausgerüstet. Der IS wird mit aller Kraft vom türkischen Staat militärisch ausgestattet. Wenn diese Banden in zwei Tagen Mûsûl übernehmen konnten scheint es, dass auch eine kleine Stadt wie Kobanê nicht lange standhalten wird. Der Plan ist geschmiedet. Kobanê soll fallen und die Rojava Revolution soll in Keim ersticken. Hinter diesem Plan steckt nicht nur die AKP Regierung, sondern alle Revolution. Rêber APO fasst diese Situation in bei einem Besuch der HDP Delegation zu dieser Phase mit den Worten: „Jeder sollte diese Wahrheit kennen”. Er weist darauf hin, dass es die selben Kräfte sind, die auch einst den zwischenstaatlichen Komplott (Rêber APOs Entführung) initiiert haben. Es ist eine “Ironie des Schicksals” dass genau diese Kräfte später, nachdem Kobanê unter Trümmern lag, sich als Freund und Helfer darstellen wollen.

Şehîd Arîn – Symbol des Widerstandkampfes

Doch, der Plan der feindlichen Kräfte geht nicht auf. Der selbe IS, welcher in Mûsûl leere Straßen vorfand, findet in Kobanê furchtlose KämpferInnen vor, die bereit sind für die Revolution ihr Leben zu lassen. Während die IS Schergen für ein „Harem-Paradies“ morden und vergewaltigen, stehen auf der anderen Seite KämpferInnen, die für die Freiheit der Frau, Ökölogie und die Demokratie ihr Leben lassen. Auf solche überzeugten Gegner ist der IS nicht vorbereitet. Mit unvergleichlicher technischer Überlegenheit schaffen sie es bis in die Stadt vorzurücken. Kobanê ist total isoliert von der Außenwelt und unter ständigem Raketenbeschuss. Doch ein unvergleichlicher Widerstand beginnt genau in dieser aussichtslosen Lage. Als der Berg Mishtenûr, welches eine strategisch-entschiedene Rolle im Kampf um Kobanê hat, in die Hände der Feinde gerät, trifft die große Revolutionärin Şehîd Arîn Mirkan eine Entscheidung die den Lauf des Widerstandes ändert. Sie sprengt sich in mitten einer IS-Einheit in die Luft und reißt dutzende Feinde mit sich. Arîn Mîrkans Aktion führt bei dem Feinden zu unerwartetem Angst und zeigt dem IS, mit welchen Gegnern sie es zu tun haben. Şehîd Arîns Aktion ist ein Symbol für alle gefallenen FreundInnen, die in Kobanê Widerstand geleistet haben. Ein Symbol für alle FreundInnen, die ihr Leben für eine bessere Zukunft gelassen haben. Für eine Zukunft ohne Patriarchat, Sexismus, Kapitalismus und Ausbeutung. Eine Welt mit der Alternative von Rêber APO, die in dem Menschen Vielfalt, Gleichheit und Freiheit erweckt, welches sie zurück zu ihren Wurzeln bringt.

Kobanê als Hoffnungsträger für ein alternatives Leben

Der Widerstand in Kobanê wird so zu einer neuen Hoffnung für alle. In Bakur (Nordkurdistan) gehen hunderttausende Menschen auf die Straßen, um ihre Wut über die türkische Regierung kundzutun. Der Aufstand in Bakur erreicht am 5-7 Oktober ihren Höhepunkt. Die Besatzersoldaten der türkischen Armee können nicht mehr ihre Garnisonen verlassen, die Polizei ist in ihren Quartieren gefangen. Überall brennen Banken, Parteibüros, Polizeizentralen und alles was an den türkischen Staat erinnert. Die Stimmung einer Revolution ist geschaffen. Unter der Führung der revolutionären Jugend YDG-H hat der Widerstand in Kobanê eine ganz neue Dimension erlangt. Tausende Jugendliche stürmen in Bakur nach Pirsûs an die Grenze von Kobanê, zersprengen die Grenzzäune und rennen in Strömen in den Widerstandskampf. Für eine kurze Zeit scheinen die Grenzen von Skyes-Picot und Lausanne nach 100 Jahren zersprengt zu sein. Die Einheit der KurdInnen ist im Geiste geschaffen, und macht die künstlichen Staatsgrenzen zu Nichte. Für eine Kurze Zeit scheint sich die Welt anders zu drehen.

Täglich sieht man in der Presse, Bilder von Kriegsflüchtlingen, die trotz der hohen Risiken, nach Europa flüchten. Wie oft waren in den Schlagzeilen Bilder von ertrunkenen Menschen, die vor dem Krieg geflüchtet sind. Während diese Bilder den Menschen die Ignoranz Europas vor Augen hält, kann die Weltöffentlichkeit aus den Bildern in Kobanê Hoffnung und Kraft schöpfen.

Der Widerstand in Kobanê wird zur Quelle der Hoffnung:Im Gegensatz zu einigen Menschen, die sich entschlossen haben den Krieg zu verlassen, beschlißen vielen Menschen auf der ganzen Welt nach Kobanê zu gehen, dort dem Imperialismus einen Strich durch die Rechnung zu machen. Der Widerstandskampf in Kobanê beflügelte die Menschen sogar über Kurdistan hinaus. Am 1. November 2014 gehen hunderttausende Menschen in den USA bis Afghanistan, auf allen Kontinenten der Erde, auf die Straßen um mit dem Kampf in Kobanê Solidarität zu zeigen. Jeden Tag marschieren zehntausende Menschen in den Großstädten Europas und üben mit diversen Aktionen Druck auf die jeweiligen Regierungen. Unter all diesen Umständen fällt es den Großmächten nicht leicht diesen Widerstand zu ignorieren. Sie sind gezwungen zu intervenieren und sich als Retter darzustellen.

Befreiung in Kobanê und die Idee Rêber APOs

Am 26. Februar 2015 wird Kobanê vollständig von den IS Banden befreit. Der Untergang für den IS-Faschismus beginnt. Die Idee des Demokratischen Konföderalismus von Rêber APO hat im Mittleren Osten vor den Augen der gesamten Weltöffentlichkeit ihre Stärke bewiesen. So wird neben der Ideologie der imperialistischen Angreifer und der despotischen Staaten eine alternative Kraft in Mittleren Osten sichtbar. Die revolutionäre Linie der Völker.

Die Feinde der Revolution haben nach Kobanê ihre Vernichtungspläne keineswegs aufgegeben. Dies haben sie in Efrîn gezeigt und das werden sie versuchen in der Zukunft immer wieder zu zeigen. Doch unsere Revolution wächst und lernt aus den geführten Kämpfen. Es gibt vieles was wir aus Kobanê lernen können. Wir können lernen, dass der vereinte Geist des kurdischen Volkes über alle Grenzen hinauswachsen kann. Wir können aus Kobanê lernen, dass es wichtig ist nicht in den gegebenen künstlichen Staatsgrenzen der Besatzer zu denken, sondern Kurdistan als eins und untrennbar zu begreifen. Wir können lernen, dass wenn überall auf der Welt unsere Herzen für die Revolution schlagen keine Schlacht, kein Kampf unbezwingbar ist. Wir können lernen dass es Mut, Glaube und Opferbereitschaft braucht, um die Ideen von Rêber APO zu einer lebendigen Alternative in mitten von Kriegen und Katastrophen im Mittleren Osten umzusetzen.

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