Çiyager Hêvî trat im Jahr 2004 der PKK bei. Er war der legändere Kommandant des am 28. November beginnenden und bis zum 15. März 2016 andauernden Sur Widerstandes. Er war Teil einer 60 köpfigen Gruppe von WiderstandskämpferInnen, die gegen die drittgrößte Armee der Welt, die türkische Armee, in einem historischen Städtewiderstand kämpfte. Sie waren es, die den Spezialeinheiten der JÖH-PÖH, das aus den SpezialistInnen der türkischen Armee zusammengestellt wurde um den Sur Widerstand zu brechen, in Sur eine Niederlage zufügten.
STÊRKA CİWAN
Aufopferung: In den schwersten Phasen die größten Schritte machen können
Cihat Türkan mit Codenamen Çiyager Hêvî, kam im Jahr 1982, in dem Dorf Derîcê, das zur Provinz Hasankeyf (Batman) gehört, als Kind einer patriotischen Familie 32 Adar zur Welt. Als er drei-vier Jahre alt war, zog er mit seiner Familie gemeinsam nach Adana. In seinem zivilen Leben ging Çiyager Hêvî vielen verschiedene Arbeiten nach um sowohl seine als auch die Bedürfnisse seiner Familie zu befriedigen. Während er all diese verschiedenen Arbeiten macht, nährt er sich diesen nicht wie ein Arbeiter an, sondern er versucht mit der Begeisterung zu leben, bei jeder Arbeit etwas Neues zu lernen und die Fähigkeit zu gewinnen, die eigene Intelligenz weiterzuentwickeln. Weil er in einer patriotischen Familie aufwuchs erfuhr er eine Gestaltung zum Kämpfer, anstatt von seiner Umgebung geformt zu werden, hatte großen Einfluss auf sein Umfeld. Schon in diesen Tagen entwickelte sich bei ihm eine gewisse Vorreiterrolle. Weil er nicht entfernt von der Realität des kurdischen Volkes bleibt, sondern ganz im Gegenteil mit dieser Realität aufwächst und wegen der Dinge die um ihr herum geschehen, wird er vom Kampf beeinflusst und nimmt sich diesen zu Herzen. Der YPS Kommandant Çiyager Hêvî studiert Mathematik an der Dicle Universität. In diesen Jahren nahm er am aktivsten am Kampf teil. Während der Jahre an der Universität erlebt er einige tiefe Widersprüche zwischen dem vom System geschaffenen Studierenden und der eigenen Realität. Heval Çiyager, der versucht das Selbst und die Form selbst zu erschaffen, weiß, dass es seine Aufgabe ist, an den Orten der Freiheit den Kampf zu leiten, schlägt im Jahr 2004 den Weg in die Reihen der Freiheit, den Weg in die Berge, ein. Im Jahr 2011 wird er für die Arbeiten nach Bakurê Kurdistan geschickt. Hêvî, der die Arbeiten in Amed leitet, schreibt im Jahr 2013, es ist eine Phase, in der es noch keine Gespräche mit dem Vorsitzenden gab, während er ein Wintercamp übernimmt einen Bericht, in dem er seine Gefühle und Gedanken wie folgt zum Ausdruck bringt: „Ich möchte verdeutlichen, dass diese vernichtende Politik, die gegen unsere Führung gerichtet ist, wie bei den anderen Freunden auch bei mir Hass, Wut und Rachegefühle noch mehr gesteigert hat. Ich möchte wie jeder Freund eine Antwort auf diese ehrenlose Herangehensweise an den Führer eines Volkes und damit auch an das Volk, seine historischen Werte im Gesamten, geben. Deswegen verspreche ich, dass mein Beteiligung in der vor uns liegenden Phase nicht so sein wird, wie in der Vorangegangenen. Aus all den Schriften, die der Freund Çiyager Hêvî hinterlassen hat, können wir sehen, dass er sich sehr tief mit dem „revolutionären Volkskrieg“ auseinandergesetzt hat. In einem seiner Schriften steht folgendes: „Ich betone, dass ich mich der Phase mit der Mentalität des revolutionären Volkskrieges, mich selbst zu vervollständigen, annähre.
Çiyager Hêvî: Was auch immer passiert, das Ende wird prachtvoll werden
Bevor der Freund Çiyager 2011 nach Amed ging, erklärte er folgendes: „In ein paar Tagen werde ich nach Amed gehen. Mein oberstes Ziel ist es, um die physische Freiheit unserer Führung zu erreichen, alle Aufgaben auf die Beste Art und Weise zu erfüllen. Dafür werde ich all meine Kraft aufbringen. Das was Rêber APO immer sagt ist: „Umso stärker sich die Intelligenz erhöht, umso stärker entwickelt man sich auch in Richtung Freiheit. Die Menschen mit der höchsten Intelligenz sind die freisten Menschen. “Deswegen ist Rêber APO der freiste Mensch. Denn Menschen mit solch einer hohen Intelligenz, wie sie sich bei unserer Führung findet, sind sehr selten. Doch ich will auch die physische Freiheit unserer Führung erreichen und habe unendliches Vertrauen, dass wir dies erreichen. Mit diesem Glauben und diesem Kampfgeist werde ich nach Amed gehen. Ein weiterer Wert ist die Bindung an die gefallenen Freunde. Meine größte Anstrengung wird es sein, den Gefallenen verbunden zu sein. Çiyager Hêvî, der während des 105 Tage andauernden Widerstandes die Vorreiterrolle einnahm verlor an keinem einzigen Tag den Glauben an seinen eigenen Ausspruch: „Was auch immer passiert, das Ende wird prachtvoll werden“. Mit dem Ziel, dass das Ende prachtvoll sein werde, brach er auf, um eine Aktion gegen den Gouverneur von Amed und den Polizeichef, die das vierbeinige Minarett (Dört Ayaklı Minare) besuchten durchzuführen und verlor in dem dabei entstehenden Schusswechsel sein Leben.
Im historischen Sur Widerstand wurde er zum Helden des Jahrhunderts
Çiyager Hêvî war im Leben sehr leidenschaftlich sagte eine Weggefährtin von ihm, die YJA Star Guerillakämpferin Hêjar Zozan, „Das Heval Çiyager große Erfolge erzielen wird, habe ich schon bei unserer ersten Begegnung gesehen. Im Leben war er wie Wasser, ständig in Bewegung. Doch das auffälligste an ihm war sein Blick auf die Arbeiten. Es gab keine Arbeit, an der nicht beteiligt war. Entweder machte er die Arbeiten selbst oder ging sofort denen zur Hand, die gerade dabei waren, Arbeiten zu erledigen. Er sagt immer, dass man im Leben aufopferungsvoll sein solle. Jede Arbeit die er anging, erledigte er mit genau diesem aufopferungsvollen Geist.“ Weiter sagte Zozan über den Freund Çiyager und seine Heldenhaftigkeit im Sur Widerstand: „In jedem Augenblick, den er uns hinterlassen hat können wir einen idealen Menschen, einen idealen Guerillakämpfer, eine idealen Widerstandskämpfer sehen. Heute ist die passendste Antwort auf die Frage: „Wie leben? Wie kämpfen? Wie Guerilla werden? Wie Kommandant werden?“, der Freund Çiyager. So wie er mit dem Sur Widerstand zum Symbol wurde, so war er auch mit seiner Haltung im Leben ein Symbol. Er wurde nicht nur zum Kommandanten dieser Epoche, sondern auch zum Revolutionär, Militanten und Helden dieser Epoche.
In einer Umgebung mit schwacher Genossenschaftlichkeit konnte er es nicht aushalten
Eine andere Guerillakämpferin, die lange Jahre mit Heval Çiyager zusammen an einem Ort war, sagte folgendes über ihn: „Der Freund Çiyager war unglaublich lebendig. Er konnte nicht stillstehen. Immer war er daran, mit den Menschen in seiner Umgebung zu diskutieren und Ideen auszutauschen. Er war sehr gesellschaftlich. Auch die genossenschaftlichen Beziehungen betrachtete er als Ganzes. In einer Umgebung mit schwacher Genossenschaftlichkeit konnte er es nicht aushalten. Also mit ihm zu arbeiten, zu leben und GenossIn mit ihm zu sein, war etwas unbeschreiblich Schönes. Seine Abwesenheit an einem Ort wurde sofort bemerkt.
Er hatte sich selbst eine Einheit aus Selbst und Form geschaffen.
Der YPS Kämpfer Bager Andok betonte, dass der Freund Çiyager in sich selbst eine Einheit aus Selbst und Form bündelte. „Im Jahr 2011 lernte ich Heval Çiyager kennen. Es war der erste Genosse den ich traf. Er war voller Freude und Moral. Ich war sehr von seinen Ideen beeindruckt. Ich werde das nie vergessen, es war der zweite Tag nach meinem Beitritt. Er fragte mich nach meinem Befinden und ich sagte `es geht so´. Dann wurde er böse und sagte: „Es wird alles gut werden und du wirst dazu beitragen, dass es noch besser werden wird.“. Außerdem fügte der Freund Andok noch hinzu: „Ich habe Heval Çiyager kein einziges Mal ohne Moral oder ohne gute Laune gesehen.
Ein Kämpfer auf dem Weg von Hallacı Mansur
Weiterhin sagte der Genosse Bager, dass dort wo die Wahrheit war, dort auch der Freund Çiyager zu finden war: „Niemals akzeptierte er Mängel. Er war radikal. Dort wo die Wahrheit war, dort war auch er zu finden. Der Freund Çiyager gab immer viele Beispiele von Hallacı Mansur, er sagte: `Ihr werdet wir Hallacı Mansur sein. Seine letzten Worte waren: En-el Hak – Also ich bin die Wahrheit. Gebt die Wahrheit nicht auf. Alles ist in der Wahrheit verborgen. Alles was wir als Ziel sehen ist in der Wahrheit verborgen. ´, all das sagte der Freund Çiyager. Heval Çiyager war ein Verteidiger der Wahrheit, ein Kämpfer der Wahrheit. Auf dieser Grundlage führte er den Kampf.
Der Freund Çiyager ist zum Egîd der Neuzeit geworden
Ein Kampfgefährte von Heval Çiyager, der YPS Kämpfer Ferman Amed betonte, dass egal wo es Widerstand gab, dass der Freund Çiyager immer dort sein wollte und erklärte weiterhin, welchen Einfluss die Anwesenheit Çiyagers auf die Genossinnen in Sur hatte: „Als er nach Sur kam um dort am Widerstand teilzunehmen beruhigte das alle Freunde dort sehr. Sie sagten, wenn Çiyager in Sur ist, dann ist alles gut. Sowohl von Seiten der Freunde, als auch von Seiten des Volkes gab es ein Grenzenloses vertrauen in ihn. In Sur wurde ein Mythos geschrieben. Dazu, das Sur zu einem Mythos wurde, hat Heval Çiyager einen entscheidenden Teil beigetragen. Als der Freund Çiyager während des Widerstandskampfes von Sur per Funkgerät mit uns sprach, schwang in einer Stimme so viel Begeisterung mit, dass man dachte, hätten wir nur Flügel gehabt, wir wären sofort in Sur gelandet und hätten dort am Widerstand teilgenommen. Während wir also so mit ihm über Funk sprachen war uns klar, dass der Sur Widerstand weitergehen und nicht fallen würde.“
