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Die Geschichte des 1. Mais

by rcadmin

DIROK HEVI

Fast 100 Jahre nach der französischen Revolution, die das politische Gefüge in Europa nachhaltig verändern sollte wurden die Proteste der Arbeiterinnen und Arbeiter zunehmend intensiver. Infolge der im 18ten/19ten Jahrhundert von England ausgehenden Industriellen Revolution und der Eröffnung immer neuer Fabriken wuchs die Zahl der Arbeiterinnen und Arbeiter beständig. Immer mehr Menschen wurden dazu gezwungen ihre Dörfer zu verlassen und zogen in die Städte die mit stetigem Tempo wuchsen und an Ausmaß gewannen. Die Zustände in den Fabriken jedoch waren katastrophal. Ewig lange Arbeitszeiten, schlechteste Bezahlung und keine Rechte, die den Arbeitenden zustanden. Wer etwas einforderte wurde entlassen, denn es gab ein großes Heer an Arbeitslosen, die dann für noch weniger Gehalt eingestellt werden konnten. Während die Arbeitenden durch diesen Zwang immer ärmer wurden, wurden die Fabrikbesitzer, die Chefs und Bosse immer reicher. Dies war die Zeit in der sich forciert durch die Schriften einiger RevolutionärInnen ein immer stärkeres Bewusstsein der Arbeitenden formieren sollte.

Im Jahre 1848 während es überall in Europa zu Aufständen der Bevölkerung kam veröffentlichen die beiden Freunde Karl Marx und Friedrich Engels das „Kommunistische Manifest“. Dort schrieben sie von zwei Klassen, der Bouregoisse (der besitzenden, reichen Klasse) und dem Proletariat (den Arbeitenden) und riefen am Ende ihres Textes dazu auf, „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“. Vereinigen sollten sie sich alle unter der Idee des Kommunismus. Sie sahen den Weg der Revolution darin, dass die Arbeitenden sich zusammenschließen müssten um die Chfes und Bosse von ihren Plätzen zu verdrängen. Die Arbeitenden sollten selbst die Macht übernehmen. Beselt von dieser Idee begannen sich immer mehr Arbeitende weltweit zu organsieren und schöpften immer mehr Hoffnung, dass es bald eine Veränderung geben sollte. In vielen Ländern bildeten sich kommunistische Parteien und mit der Oktober Revolution 1917 unter der Führung von Lenin wurde diese Idee auch erstmals in einem Land konkretiesiert.

Ein weiterer Schritt in der Organsierung war die Bildung der Internationalen Arbeiter-Assosiation, der Ersten Internationalen. Der erste internationale Zusammenschluss von Organisationen der Arbeitenden. Von da an formierten sich immer mehr Organisationen und das Bewusstsein der Arbeitenden und ihres gemeinsamen Kampfes überall wurde zunehmend stärker.

Der 1. Mai als Ereignis geht zurück auf einen riesigen Protest in Australien, der am 1. Mai 1856 den 8-Stunden Tag forderte. Dreizig Jahre später riefen auch die Arbeitenden in Nordamerika zum Generalstreik. Sie wollten keine 12 Stunden mehr jeden Tag arbeiten und forderten ebenfalls den 8-Stunden Tag. In vielen Staaten der USA kam es daraufhin zu Massenprotesten. In Chicago wurden in den damit verbunden Protesten mehrere Protestierende von der Polizei getötet. Mit der Gründungn der zweiten Internationalen dann wurde der Tag zum internationalen Kampftag der ArbeiterInnen erklärt und fortan kam es am 1. Mai in der ganzen Welt zu Protesten und Demonstrationen für die Rechte der Arbeitenden. Das System jedoch ging in der Folge nicht nur mit massiver Gewalt gegen diese Demonstrationen vor sondern, versuchte auch den Tag immer mehr zu entpolitiesieren. So wird versucht mit irgendwelchen Veranstaltungen wie Mai-Festen die Menschen davon wegzubringen für ihre Rechte zu demonstrieren und mit dieser Tradition der Arbeiterkämpfe zu brechen.

Während der 1. Mai in vielen Ländern nach Kämpfen ein Feiertag wurde, ist es in Deutschland eine andere Geschichte. Am 1. Mai 1933 hielt Hitler auf dem Tempelhofer Flughafenfeld in Berlin vor Hundertausenden eine Rede und erklärte den 1. Mai zum Tag der nationalen Arbeit, einem Feiertag und versuchte damit ihn (unter Beihilfe der deutschen Sozialdemokratie und vieler Gewerkschaften, die ihn unterstützen und deren Häuser dann am 02. Mai gestürmt und geschlossen wurden) aus den Händen der revolutionären, kämpfenden Arbeiterschaft zu entreißen, ihn zu vereinahmen und umzudeuten. Nur wenige Jahre zuvor war es am 01. Mai 1929 in Berlin zum sogennanten Blutmai gekommen, bei dem die Polizei 33 Menschen tötete. Erst in den 70er-80er Jahren gewann der 1. Mai als Kampftag der Arbeitenden in Deutschland wieder an Bedeutung.

In der Türkei kam es 1977 zum 01. Mai zu einem großen Massaker. An diesem Tag hatten sich an die 500.000 Menschen auf dem Istanbuler Taksim-Platz versammelt um für mehr Rechte der Arbeitenden zu demonstrieren als von Kräften des tiefen Staates / Konterguerilla auf die Menge geschossen wurde. 34 Menschen starben und hunderte wurden verletzt und festgenommen. In den 70er Jahren wurden die revolutionären Kräfte in der Türkei und Kurdistan immer stärker. Neben jugendlichen Revolutionären wie Deniz Gezmiş, Mahir Cayan und Ibrahim Kaypakaya begann sich auch die Gruppe um Rêber APO zu sammeln. Während der faschistische, türkische Staat immer härter gegen diese revolutionären Kräfte vorging und diese drei Führungsfiguren ermorden ließ, wurden die Kurdistan Revolutionäre oder APOci immer größer und bekannter. Nicht umsonst gaben sie sich im November 1978 den Namen Arbeiterpartei Kurdistans. Auf die Gründung der PKK antwortete der Staat nur einen Monat später mit dem Massaker von Maraş im Dezember 1978. Da er damit jedoch keinen Erfolg hatte entschieden sich die Kräfte um GLADIO und den tiefen Staat zum Militärputsch am 12. September 1980. Während mit diesem Putsch große Teile der türkischen Linken vernichtet oder ins Ausland getrieben wurden verhalf die PKK mit ihrem darauf folgenden Widerstand dem kurdischen Volk zu neuem Leben.

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