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Erklärung zu den Luftangriffen in Şengal

by rcadmin

Dieser Text ist eine Erklärung vom 6.November des Dachverbandes des Ezidischen Frauenrats über die Angriffe des faschistischen türkischen Staates in Şengal. Bei der Erklärung wird verdeutlicht, dass man kein zweites Şengal zulassen darf.

An die Öffentlichkeit
Den Besatzungskrieg der Türkei gegen Shengal/Sinjar und Nord-Ostsyrien sofort
stoppen!

“Am 5. November ist die Umgebung von Barê in der südkurdischen Region Şengal drei Mal von der türkischen Luftwaffe bombardiert worden. Es ist der zweite Luftangriff innerhalb von zwei Tagen. Informationen zufolge sind insgesamt 3 Menschen verletzt worden. Wir verurteilen den Angriff auf Şengal und Rojava aufs Schärfste und fordern die sofortige Einrichtung einer flugfreien Zone über Şengal und Nord-Ostsyrien und das Beenden der Invasion der Türkei. Şengal ist das traditionelle Hauptsiedlungsgebiet der Eziden. Der „Islamische Staat“ verübte am 3. August 2014 einen Feminizid und Genozid in Şengal. Über 6.500 Frauen und Mädchen wurden verschleppt, vergewaltigt und versklavt. Noch heute wird etwa die Hälfte der Frauen und Kinder vermisst. Die meisten Männer wurden ermordet, die Jungen als Kindersoldaten und Selbstmordattentäter missbraucht. Mehr als 10.000 Menschen wurden ermordet und in Massengräber geworfen. Im Şengal-Gebiet wurden bisher mehr als 70 Massengräber entdeckt. Mehrere Hunderttausende EzidInnen konnten von den Verteidigungseinheiten YPJ und YPG und der Syrischen demokratischen Kräften (SDF) aus den Fängen des IS befreit werden. Seit dem 9. Oktober führt die türkische Armee, unterstützt durch dschihadistischen Milizen, einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Bevölkerung der demokratischen Föderation in Nord-und Ostsyrien. Nach den Angriffen auf Şengal 2014, Kobanê 2015,auf Afrin 2018 und ein Flüchtlingscamp in Mexmûr 2018, führt die Türkei nun seit mehr als drei Wochen Krieg auf syrischem Boden. Hierbei wurden mehr wie 270 Zivilisten darunter viele Kinder und Frauen getötet.Unter der Bezeichnung „Krieg gegen Terroristen“ und zur Errichtung einer sogenannten„Sicherheitszone“ werden aus der Luft und vom Boden aus zivile Siedlungsgebiete wie Wohnhäuser, Krankenhäuser und Schulen beschossen, es gibt Plünderungen, Massenvertreibungen und Hinrichtungen. Wichtige Strom-und Wasserversorgungen wurden unterbrochen. Es ist kein Zufall das Şengal zeitgleich wie in Rojava aus der Luft bombardiert wird. Hunderttausende Menschen, die sich in den letzten 7 Jahren, trotz anhaltender kriegerischer Auseinandersetzungen eine demokratische und stabile Gesellschaft aufgebaut haben, sind jetzt wieder auf der Flucht. Mit Worten allein kann die Türkei und der IS nicht gestoppt werden! Erst im März dieses Jahres schafften es die Syrischen demokratischen Kräfte (SDF), unterstützt durch die internationale Anti-IS Koalition, die letzten Gebiete Nordsyriens vom Islamischen Staat zu befreien. Jedoch konnten mehrere Hundert der inhaftierten IS-Kämpfer durch Unterstützung der türkischen Regierung während des Krieges in den letzten zwei Wochen fliehen und stellen weiterhin eine große Gefahr für die gesamte Menschheit, insbesondere uns Frauen, dar.

Daher fordern wir als der Dachverband des Ezidischen Frauenrats e.V., die größte
Interessenvertretung der Ezidinnen in Deutschland:
· Die Einrichtung einer flugfreien Zone über Şengal und Nord/Ostsyrien!
· Sofortige Beendigung des Feminizids und Genozids in Sḩengal und Nord/Ostsyrien!
·Strafrechtliche Verfolgung der Täter, Anstifter, Beihelfer und Unterstützer des
Genozids/Feminizids, national und international, insbesondere die Türkei und der IS„

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