HAKAN GİMGİM
Gimgim ist eine Stadt in Nordkurdistan und gehört der Provinz Mûş an. Die Einwohnerzahl von Gimgim beläuft sich mit den Dörfern zusammen auf etwas mehr als 30.000. Die Einwohner des Gebietes leben verteilt in sieben verschiedenen Stadtteilen, und diese wiederrum verteilt in 93 verschiedenen Dörfern. Gimgim liegt geographisch in der Region Serhed. Die Berge Şerevdîn, Bîngol und Hanşeref umranden die Stadt. Auf dem Berg Hanşeref befindet sich der Kratersee Hamurpet. Dieses ist in zwei geteilt, der kleine und große Hamurpet, die sich auch auf verschiedenen Höhen befinden. Die Flüsse Seferek, Bîngol und Goşkar sind die bedeutendsten und wichtigsten Flüsse die aufzuzählen sind. Die Flüsse Goşkar und Bîngol münden in den Fluss Murat. In den kurzen Sommern ist es sehr heiß und dürr. Der Winter ist sehr kalt, lang und es schneit viel. Im Frühling blüht es überall grün und die bunten Blumen tönen ganz Gimgim jedes Jahr in eine neue Farbe ein. Im Herbst geben die vielen wilden Apfel- und Birnenbäume ihre Früchte ab.
Kultur Gimgims
Die heutige Bevölkerung in Gimgim spricht hauptsächlich Kurmancî und Kirmançkî. Die Kurmancî sprechende Bevölkerung gehört in der Regel der sunnitischen Konfession, die Kirmançkî sprechende Bevölkerung der alevitischen Konfession an. In einigen Dörfern wie Kovik oder Seferek gibt es aber auch AlevitInnen, die Kurmancî sprechen.
Gimgim ist aber auch ein Ort der Einwanderer und ein Ort der Vertriebenen. Das Dorf Şêxpîr z.B. besteht aus EinwanderInnen aus Dêrsim, die dem Volksstamm Kureyşan angehören. Sie sind meistens „Pîrs“ (Heilige im Alevitentum) und ihre „Talipcis“ (diejenigen die den Pîrs folgen), sind in Gimgim beheimatet. Vor dem Genozid 1915 an den ArmenierInnen, bei welchem das Komitee für Einheit und Fortschritt der Jungtürken-Bewegung im Osmanischen Reich eine maßgebliche Rolle spielte, waren in Gimgim auch ArmenierInnen beheimatet. Sehr viele ArmenierInnen sind bei diesem Genozid entweder ermordet oder deportiert worden, oder sie mussten ihre Identität aufgeben und in den Untergrund tauchen.
Im Bereich der Kunst und Kultur ist Gimgim für das sogenannte „Govend“ bekannt. Die Tänze Çepkî, Yare und Memyanî kommen ursprünglich aus Gimgim. Jedes Jahr wird in Girê Kox ein Govend-Festival veranstaltet. Außerdem ist der bekannte Künstler und Filmemacher Yilmaz Güney väterlicherseits aus Gimgim.
Die meisten Menschen in Gimgim sind Hauptsächlich in der Viehzucht beschäftigt. Sie verarbeiten die tierischen Produkte und bieten diese auf dem Markt an. Obwohl die Gegend reich an Wasser und die Erde sehr fruchtbar ist, arbeiten die Wenigsten in der Landwirtschaft. Die meisten Menschen die in der Landwirtschaft arbeiten, bauen für sich selbst an und handeln mit den Lebensmitteln nicht. Zusätzlich dazu gibt es Menschen die sich auf die Bienenzucht spezialisiert haben und mit Honig handeln.
Wie schaut der Widerstand in Gimgim aus?
Bereits im Jahre 1980 haben die ersten FreiheitskämpferInnen die Dörfer von Gimgim besucht. Daher entstand auch eine enge Verbundenheit der Bevölkerung Gimgims mit der PKK.
2014 wird im Dorf Qulan in Gimgim die „Begräbnisstätte Şehîd Îsmaîl und Şehîd Ronahî“ erbaut. 2015 wird die Begräbnisstätte vom kolonialistischen türkischen Staat bombardiert. Tage später wurde das Dorf Qulan von türksichen Soldaten angegriffen und es kam zu Festnahmen. Die Berge um die Begräbnisstätte wurden vom faschistischen türkischen Staat unter Brand gestetzt. Die Grabsteine der Guerilla-KämpferInnen wurden zerstört.
Ein wichtiger Schritt, in der Widerstandsgeschichte Gimgims, entwickelte sich nach dem Märtyrertod von Ekin Van. Am 10. August 2015 wurde die YJA-STAR Guerillakämpferin Ekin Van in Gimgim von türkischen Sonderoffizieren ermordet, ihr lebloser Körper von Kugeln durchlöchert, und ihre Leiche nackt auf die Straße geworfen. Dieser brutale Angriff auf die kurdische Bevölkerung sorgte dafür, dass die Bevölkerung von Gimgim die Selbstverwaltung ausrief. Die Bevölkerung konnte die Unterdrückung des kolonialistischen Staates nicht mehr einfach so hinnehmen und nahm ihren Platz in den Reihen des Widerstandes, angeführt von den Jugendlichen der YDG-H, ein. Am 13. August 2015 ist Gimgim eine der ersten kurdischen Städte, die im August 2015 ihre Autonomie ausgerufen haben, geworden. In Folge dessen wurden in Gimgim die Selbstverwaltungswiderstände gegen die türkischen Sicherheitskräfte geführt.
MärtyerInnern Gimgims
Heval Azîme, früher Lehrerin, ist 1981 der Partei beigetreten. Sie ist eine der ersten Frauen, die der Bewegung beigetreten sind und gilt als eine der ersten Kommandantinnen der Partei. Nachdem sie ihre Ausbildung an der Mahsum Korkmaz Akademie in Libanon beendet, wendete sie sich den Freien Bergen Kurdistans zu. Im dritten PKK Kongress wird sie in das Zentralkomitee der Partei gewählt. Kommandantin Azîme wurde mit ihrem Widerstand und ihren furchtlosen Aktionen gegen den Feind zum Symbol einer disziplinierten, starken Haltung. 1992 koordinierte sie als Frontkämpferin den Südkrieg (Krieg in Südkurdistan) gegen die KDP. Bei einem Angriff der türkischen Besatzungsarmee im Gebiet Botan reihte sie sich in die Reihen der Unsterblichen ein. Sie spielte bei der Gründung der autonomen Frauenarmee eine herausragende Rolle.