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Hevrê Elî Çîçek, ein Revolutionär auf der Spur der Wahrheit

by rcadmin

SİDAR MANÎ

Hevrê (Genosse) Elî Çîçek kam in Nisêbîn, einer Stadt in Mêrdîn, zur Welt. Schon als Kind wuchs er in einem Umfeld mit Heimatverbundenheit auf. Deswegen hatte Hevrê Elî Çîçek in der eigenen Kindheit schon einige Konfrontationen mit dem Feind erleben müssen. Als Kind hatte Hevrê Elî, wie jedes Kind in Nisêbîn, Steine auf Panzer der türkischen Besatzer geworfen und die Besetzung seiner Heimat niemals akzeptiert. In seiner Jugendzeit, während er die Oberstufe besuchte, machte Hevrê Elî Bekanntschaft mit den Jugendarbeiten der PKK. Mit revolutionärem Bewusstsein bildete und entwickelt sich Hevrê Elî und widmete sich mit hoher Moral den Jugendarbeiten. Während Hevrê Elî Çîçek seine gesamte Zeit der Revolution widmete, wurde er von feindlichen Besatzertruppen gefangengenommen und in Folterkammern gebracht. Tagelang leistete Hevrê Elî Widerstand gegen die unmenschliche Folter. So tat es auch auch Ali Çiçek (Stêrka Sor – Kurdisch für „Roter Stern“), der Teil des großen Widerstands am 14. Juli 1982 war. Hevrê Elî Çîçek war ein kurdischer Jugendlicher, der wie Ali Çiçek (Stêrka Sor) ein starkes Bewusstsein und eine starke Verbundenheit zur PKK hatte. Er zeigte gegenüber dem Feind keine Schwächen. Ganz im Gegenteil: Er bündelte seine Wut und wandelte sie in Rache um. In diesem Zeitraum steigerte sich die Hoffnung auf Freiheit.

Erzwungene Ausreise nach Europa

Hevrê Elî Çîçek war gezwungen, nach Europa auszureisen, da ihm Folter und Gefängnisstrafen bevorstanden. Für Hevrê Elî war es emotional schwer, seine Heimat zu verlassen. Er konnte es nicht akzeptieren, seine Heimat den Besatzern zu überlassen und zu flüchten. Geistig und emotional hatte er seine Heimat nie verlassen. Kurz nachdem er in Europa angekommen war, machte er Bekanntschaft mit den kurdischen revolutionären Jugendarbeiten. Er integrierte sich nicht in europäische Lebensstandards und versuchte jedem davon abzuraten. Für ihn bedeutete Integration, seine Heimat, Sprache und Kultur zu vergessen und sich nach europäischen Normen zu assimilieren. Er kämpfte gegen diese kapitalistische Moderne und versuchte alle Jugendliche zu organisieren, um gegen die Unkultur und Zerstörung der Gesellschaft anzukämpfen.

Was habe ich heute für die Revolution getan?“

Hevrê Elî duldete es nicht, wenn jemand seine Zeit vergeudete. Er sagt immer, dass wir jede Sekunde, die wir haben, für die Revolution nutzen müssen. Die Frage: „Was habe ich heute für die Revolution getan?“, stellte er sich jeden Tag. Die kapitalistische Moderne hat die Jugend in eine Lage versetzt, dass die Jugend nur noch nutzlos ihre Zeit vergeudet. Die entartete Jugend beschäftigt sich nur noch mit Dingen, die nicht mehr mit der Realität zu tun haben. Hevrê Elî versuchte, genau diese Jugendlichen zu organisieren, zu bilden und sie wieder in die Gesellschaft zu etablieren. Hevrê Elî meinte immer, dass die Jugend ein bedeutungsvolles Leben führen muss, um in der Gesellschaft eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

Immer mit hoher Moral, genossenschaftlich und hilfsbereit

Für Hevrê Elî stand die Genossenschaftlichkeit an erster Stelle. Deshalb war er für seine GenossInnen immer und zu jeder Zeit bereit und versuchte, die Probleme seiner GenossInnen auf schnellstem Wege zu lösen. Er gab ihnen immer Moral und war, ohne Wenn und Aber, bereit zu helfen. Es war ihm sehr wichtig, dass seine GenossInnen sich bildeten und Bücher lasen, und sich im Rahmen der Prinzipien der Partei entwickelten. Wenn sich jemand nicht bildete oder nicht las, versuchte Hevrê Elî diese Situation zu ändern. Seine Methoden waren dabei unbemerkbar. Er hatte eine professionelle Art und Weise seine GenossInnen in eine Bildungsatmosphäre zu versetzen, ohne dass sie sich dem bewusst wurden. Hevrê Elî verbrachte keine freie Sekunde, ohne sich zu bilden. Sobald er auch nur kurz freie Zeit hatte, nutze er diese, um zu lesen. Er las sehr viele Bücher, vor allem die Verteidigungsschriften von Rêber APO. Immer sagte er uns, dass wir die Verteidigungsschriften wiederholt lesen müssen, um sie besser zu verstehen und uns zu vertiefen. Dafür gab er uns Şehîd Mazlum Doğan als Vorbild. Er sagte, wir müssten uns wie Şehîd Mazlum Doğan bilden, der als „lebendige Bibliothek“ bezeichnet wurde.

Hevrê Elî, der gegenüber Rêber APO und den MärtyrerInnen Kurdistans ein hohes Verantwortungsgefühl verspürte, verließ Europa am 4. April 2017 und machte sich auf den Weg nach Kurdistan. Es war ein bedeutungsvoller Zufall, dass er am 4. April, am Geburtstag von Rêber APO, Europa verließ. Für ihn war es wie eine Wiedergeburt, den Fuß auf die Freiheitsberge von Kurdistan zu setzen und im Herzen der Revolution Arbeiten durchzuführen. Mit seiner Praxis in Europa hatte er viele Spuren hinterlassen und alle mit seiner Moral und Energie beeinflusst. Jede/r die/der mit Hevrê Elî Kontakt hatte und ihn kennenlernte, erzählte nur positive Dinge über ihn. Genauso war Hevrê Elî auch in Kurdistan. Überall, wo Hevrê Elî seinen Fuß hinsetzte, wurden nur positive Dinge über ihn erzählt, da er mit seiner revolutionären Haltung auf den Prinzipien der Freiheitsbewegung der PKK beharrte. Er hatte einen disziplinierten Lebensstil und wusste genau, zu welchem Zeitpunkt er welche Aufgaben erledigen musste.

Şehîd Elî Çîçek und Hesen Şirnex

Als Hevrê Elî in Kurdistan ankam, war er lange Zeit in den Bergen. Von dort aus ging er nach Mexmûr, um in dem Flüchtlingslager, dass sich inzwischen zu einer Kleinstadt weiterentwickelt hat, Jugendarbeiten zu führen. Das Maxmûr-Camp ist ein Flüchtlingscamp, das auf Initiative der Vereinten Nationen 1998 für Kurden aufgebaut wurde, die in der Phase der Dorfräumungen in Nordkurdistan geflohen waren. Mit ihrer autonomen Verwaltung, dem Gemeinderat, den Schulen und Gesundheitszentren sowie den Bezirksverwaltungen wirkt es wie eine andere Welt. Hevrê Elî und Hesen Şirnex waren gemeinsam in Mexmûr unterwegs. Als sie zurück ins Kommune-Gebäude wollten, explodierte eine Bombe, die vorher von heimtückischen Agenten des türkischen Staates an der Eingangstür präpariert wurde. Hevrê Elî und Hevrê Hesen wurden dort gemeinsam zu Märtyrern.

Wir werden die Welt von der Dunkelheit erlösen

Hevrê Elî hatte, genauso wie sein Vorbild Stêrka Sor, das Ziel, die Welt von der Dunkelheit zu erlösen und eine bessere Welt zu erschaffen. Dieses Ziel müssen wir als Jugend in unserem Kampf aufnehmen und für die Rache unserer MärtyrerInnen in die Tat umsetzen. Nur so können wir dem Freiheitskampf unserer MärtyrerInnen gerecht werden. Nur so können wir die hinterhältigen Feinde der Freiheitsbewegung schlagen und unsere Heimat von der Besetzung befreien. Weder dieser hinterhältige und verräterische Anschlag noch weitere Angriffe der Besatzer werden uns von dem Freiheitskampf abhalten können. Wir werden als Jugend und Revolutionäre Rêber APOs diesen Weg bis zur Freiheit verfolgen. Der Freiheitsmarsch von Hevrê Elî und Hesen hat unseren Kampf einen großen Schritt nach vorne gebracht. Es ist unsere Aufgabe, durch unsere Arbeiten diesen Kampf ans Ziel zu führen und somit unsere Märtyrer zu rächen.

 

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