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KämpferInnen der Freiheit

by rcadmin

Çekdar Jiyan

Wir leben in einem Zeitalter wo Menschen nicht nur an Hunger sterben, sondern gleichzeitig auch an der Gewissenlosigkeit anderer. Wir schauen in die Augen vieler Menschen. In den meisten von ihnen sehen wir eine Leere. Wir sehen Unwissen, Verirrung und Orientierungslosigkeit. Und wir sehen Hoffnungslosigkeit. „Wer bin ich? Weshalb lebe ich? Wie sollte ich leben? Was wäre wenn…?”- So viele Fragen und keine Antworten. Doch es gibt ebenfalls noch Menschen auf der Welt, in deren Augen ein Funkeln sichtbar ist. Diese sind die HüterInnen der Menschheit. Sie sind diejenigen, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben. Sie sind diejenigen, die nach Antworten suchen und um jene kämpfen. Sie kämpfen um die Wahrheit. Sie kämpfen für eine Alternative. Sie kämpfen um Freiheit. Denn sie haben erkannt, dass das gewohnte Leben niemanden von sich aus etwas gibt. Im Leben ist alles dialektisch. Wer nicht kämpft, kann auch nicht gewinnen.Der erste und schwierigste Kampf wird mit sich selbst geführt. Der Kampf um „Selbstvertrauen“ und „-glauben“. Ab diesem Moment wird „mein“ Kampf nun „unser“ Kampf. Denn alle Menschen haben ähnliche oder gar gleiche Fragen, jedoch haben nicht alle die Kraft, um zu ihren Antworten zu gelangen. Dadurch kommt es letztendlich zustande, dass diejenigen, die diesen Kampf mit sich führen, nun die Gesellschaft objektiver betrachten. Ab jenem Moment wird nun für die Wahrheit einer Gesellschaft gekämpft.

HüterInnen der Hoffnung
Diese Menschen sind die HüterInnen der Hoffnung und gleichzeitig die KämpferInnen der Freiheit. So unvorstellbar es sich auch für viele anhört, diese KämpferInnen sind real. Sie sind ein Teil unseres Lebens und werden Tag für Tag offensichtlicher in unserem Leben.

Aus Kurdistan sind es Şex Seyîd, Zarîfe, Mazlum, Agît, Bêrîtan, Zîlan, Arîn Mirkan, Sara, Axîn Mahir Dîçle, Avesta Xabûr und viele mehr. Aus der Türkei Hakî Karer, Kemal Pir. Aus Deutschland Ronahî (Andrea Wolf), Roza (Uta Schneiderbanger), Avaşîn (Ivana Hoffmann). Aus England Hêlîn (Anna Campbell) und Fîraz Dağ. Aus Argentinien Lêgerîn (Alina Sánchez). Dies sind nur einige Namen der KämpferInnen, die für die Hoffnung, Wahrheit und Freiheit der Menschheit gekämpft und dafür ihr Leben gegeben haben. Sie sind die MärtyrerInnen der Menschheit. Sie sind diejenigen, die ohne ein „wenn” und „aber” für die vorhandenen Fragen eine Antwort gegeben haben. Sie sind die VorreiterInnen einer politisch-moralen Gesellschaft. Politisch im Sinne von, sich für eine bessere Lebensweise der Gesellschaft einzusetzen. Ethisch im Sinne von, dieses Leben mit Gewissen und Moralvorstellungen am Leben zu erhalten. Und das taten sie. Bis zu ihrem letzten Herzschlag, bis zu ihrem letzten Atemzug taten sie dies. „Ich liebe das Leben so sehr, dass ich bereit bin, dafür zu sterben.”, das waren die Worte von Şehîd Kemal Pir. Das ist nicht nur ein Satz von Şehîd Kemal Pir, sondern eine Herangehensweise an das Leben, welche alle MärtyrerInnen gemeinsam haben. All jene GenossInnen kämpften mit großartigen Utopien, für eine bessere, lebenswerte und freie Welt. Sie alle setzten wichtige Etappensteine auf diesem Weg. Sie sahen immer voraus, wie Kommandant Şehîd Çiyager, welcher sagte: „Egal was passieren wird, das Ende wird spektakulär sein“. Sie kämpften ehrenvoll und gewannen alle einen Platz in unseren Herzen und in der Geschichte der Menschheit. Sie alle opferten ihr Leben, damit wir ein lebenswerteres leben können. Weil sie daran glaubten, dass ein freies Leben möglich ist, wenn man dafür kämpft.

Eine Lebensart, die selbst den Feind beeindruckt
Sowie Şehîd Bêrîtan, die sich 1992 bei einem Gefecht aufopferte und mit ihrem Martyrium und ihrer Haltung zum Leben selbst den Feind beeindruckte. Heval Bêrîtan hielt bis zu ihrer letzten Munition die Stellung, damit ihre GenossInnen sich in Sicherheit bringen konnten. An der Grenze von Bakur (Nord-Kurdistan) und Başûr (Süd-Kurdistan) wurde sie von kolloborativen Peşmerge-Kämpfern umzingelt, die die türkische Armee unterstützten. Sie wurde dazu aufgerufen sich zu ergeben, doch sie zeigte Entschlossenheit und Glauben an die Freiheit und ergab sich nicht den Händen des Verrats, sondern stürzte sich in die Wahrheit der Heimatliebe. Schlussfolgernd, durch die Tagebucheinträge von Şehîd Bêrîtan, sagte Rêber APO: „Wer kämpft, wird frei. Wer frei wird, wird schön und wer schön wird, wird geliebt.“ Diese Entschlossenheit und die Haltung dem Leben gegenüber sehen wir auch bei Şehîd Zîlan, die am 1996 zwischen hunderten von türkischen Soldaten eine Aktion durchgeführt hat um den versuchten Attentat auf Rêber APO am 6. Mai 1996 zu beantworten, die den Feind einen großen Schlag zugesetzt hat.

Oder bei Şehîd Arîn Mirkan, die 2014 beim Einmarsch des IS‘ ihren Körper in eine Waffe verwandelt hat, um den Vormarsch nach Kobanê zu stoppen und damit ein weiteres Menschenmassaker zu verhindern. Sie alle nahmen sich die Worte von Şehîd Mazlum Doğan „Widerstand ist Leben“ als Norm und lebten nach dieser Philosophie. Sie alle riefen mit ihrem letzten Atemzug „Bijî Serok APO!“.

Trauer zu Widerstand
Wenn es einen Grund gibt, weshalb wir heute die Möglichkeit besitzen, in diesem Moment hier zu sein und dieses Schreiben zu lesen, dann ist es einzig und allein auf den Widerstand der MärtyrerInnen zurückzuführen. Wenn wir heute hier sind, dann nur durch ihr Vermächtnis. Ihre Suche nach Antworten hat sie alle auf diesen Weg geführt. Dieses Erbe fortzuführen ist nun in unserer Verantwortung. Wie wir zu leben haben, haben sie uns vorgezeigt.Als Şehîd Çekdar Botan 2016 in Qendîl bei einem Luftangriff der türkischen Armee mit fünf weiteren GenossInnen fällt, sind seine letzten Worte: „Es ist noch zu früh, ich habe für Rêber APOs Befreiung noch nicht genug getan.” Er lebte bis zum letzten Herzschlag, bis zum letzten Atemzug für den Freiheitskampf. Sie alle haben uns eine Lebensart, für die es sich zu kämpfen lohnt, vorgezeigt. Nun muss sich jede Person von uns selbst fragen, wie man selbst leben möchte? Was werde ich tun? Wirst du 40 Tage trauern und am 41.Tag dann wieder alles vergessen, oder aber wirst du weiterkämpfen, um ihre Wünsche und Träume zu erfüllen?

Rêber APO sagt: „Weint nicht. Eure Tränen erlöschen nur das Rachefeuer.“

Möchtest Du vor dieser Realität die Augen schließen und in Deiner Gewissenlosigkeit ersticken oder all diesen tapferen KämpfernInnen gerecht werden? Rêber APO sagt ebenfalls, dass die Worte der Şehîds Befehl sind. Die Worte, die Träume der Şehîds zu vergessen, ist Verrat. Es ist auch Deine Aufgabe ihre Flagge zu erheben und dort weiter zu laufen, wo sie für Dich halten mussten.

Antworte: Wenn nicht Du, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?

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