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Mahabad-Stadt des nationalen Denkens und des Zarathoastrismus

by rcadmin

Wo liegt Mahabad?

Mahabad, die von dem iranischen Regime besetzte Koloniestadt, zählt zur eines der wichtigsten Städten im Osten Kurdistans. In der Geschichte Kurdistans nimmt Mahabad einen wichtigen Platz ein. Sie liegt in der Region Mukriyan, südlich des Umriye Sees, im Osten des Zagros Gebirge 1300 m über dem Meeresspiegel. Aus diesem Grund ist die Stadt reichlich von Wasserquellen umgeben. Mukriyan, nördlich umgeben von der Region Keraleş, wo der See Umriye See zu finden ist, ist im Nordwesten benachbart mit der Behdînan Region, im Südwesten mit der Soran Region, im Südos-ten mit der Region Merîwan und im Osten stellt sie einen natürlichen Teil der Grenze zwischen Kurdistan und der Iran dar.
Nach den Statistiken von 2015 beträgt die Einwohnerzahl von Mahabad 236,849, und die Oberflä-che 2616km2 und Bevölkerungsdichte 90,54/km2.

Geschichte

Die Geschichte Mahabads als Siedlungs- und Lebensort reicht bis in die weite Vergangenheit. Es sind viele Ausgrabungsstätte aus der Steinzeit vorhanden, in denen Werk– und Rüstzeug gefunden wurden. Nach den neusten archäologischen Untersuchungen wurden in diesem Gebiet Befunde entdeckt, welche 40.000 bis 85.000 Jahre alt sind und darauf hinweisen, dass in diesem Gebiet die mit dem Menschen nahe verwandten Neandertaler gelebt hatten.
Was die Bedeutung von dem Begriff „Mahabad“ angeht, gehen die Meinungen auseinander. Nach einer Erzählung liegt der Ursprung des Begriffs im Kurdischen und Persischen, sodann „Meh“ der Mond und „Abad“ die Stadt bedeutet und somit Mahabad „Die Mondstadt“ bedeutet. Nach einer weiteren Erzählung erhielt die Stadt den Namen vom Propheten Mahabad. Mahabad ist einer der ersten Propheten des Zoroastrismus. Zudem wird der Prophet Zerdeşt (Zarathrusta) teilweise auch als ein „mahabadischer“ Prophet bezeichnet. Ein weiterer Name des Propheten Mahabad ist Azar Hooşeng, was übersetzt „das Feuer der Weisheit“ bedeutet und bei einigen Glauben als der erste Mensch erwähnt wird. Nach einer Interpretation des Zoroastrismus hat diese Religion drei große Propheten: Mahabad (3000 v. Chr.) als der erste Zerdeşt, Azar Hooşeng (2400 v. Chr., auch als Prophet Ibrahim geltend) als zweiter Zerdeşt und der weit mehr bekannte dritte Zerdeşt (600 v. Chr.) ist Zerdeşt selber. Somit gilt die Stadt Mahabad auch als Geburtsort des Zoroastrismus.
Die Stadt Mahabad genießt in der jüngsten Geschichte Kurdistans eine sehr besondere Stellung. Sie war das Zentrum des kurdischen Widerstands gegen die persische Herrschaft seit dem Schah Abbas (1587-1629).
Der in den Jahren 1609-1610 sich entwickelter kurdischer Widerstand um die „Dimdim-Festung“ wurde von dem Mukriyan Gebiet, welches der Region Mahabad zugehörig ist, stark unterstützt. An dem Widerstand unter der Anführung Emîr Xan Lepzêrîns gegen die safawidische Besatzung an der „Dimdim-Festung“, welches westlich des Urmiye-Sees liegt, hat der Mukrî-Klan, wonach das Mukriyan Gebiet benannt ist, auch ihren Platz eingenommen. Seinen wichtigen Stellenwert in der Geschichte Kurdistans hat sich Mahabad jedoch nach dem 2.Weltkrieg eingeräumt. Die zwischen dem 22. Januar und dem 16. Dezember 1946 existierte „Volksrepublik Mahabad“ stellt eines der wichtigsten Selbstverwaltungspraktiken der KurdInnen dar. Der offizielle Marsch der Republik, welches von der Hingabe und dem Heldentum der kurdischen Jugendlichen berichtet, wurde 1938 von dem Dichter Dildar auf Soranî verfasst und heißt „Ey Reqîb“. Eine weitere Vorreiterrolle an der Organisierung des Volkes übernahm die verdeckt und in Zellen vorangegangene kurdische Jugendorganisation Yekîtiya Ciwanên Demokratên Kurdistan. Ebdulrehman Qasimlo, der sich 1945 mit 15 Jahren schon dieser Organisation angeschlossen hat und Zeuge der Revolution war, berichtet über die Volksrepublik Mahabad: „Die Existenz der kurdischen Regierung hat weniger als 1 Jahr gedauert. Trotz dessen hat diese Regierung große Arbeiten für das kurdische Volk geleistet. Kurdisch wurde zur offiziellen Sprache erklärt. Kurdische Kinder haben das erste Mal Bildung in ihrer Muttersprache genossen. Die kurdischen Zeitungen, Zeitschriften und Bücher haben eine noch nie dagewesene Anzahl erreicht. Das erste kurdische Theater wurde gegründet. Kurdische Frauen haben sich das erste Mal an den kulturellen und politischen Arbeiten ihres Landes miteingebracht. Die größte Errungenschaft dieser demokratischen Regierung war jedoch der Grad an nationaler Freiheit, die die Kurden nach all den Jahren erreicht haben.“
Die Volksrepublik Mahabad endete damit, dass sie sich gegen erneute Angriffe des Irans nicht Verteidigen konnten. Da sie seid ihrer Gründung an die UdSSR gebunden war und ihre eigene Stärke, vor allem im militärischen Bereich nicht verfestigen konnte, blieb die Republik nur eine Probe für die Unabhängigkeit. Nachdem die UdSSR ihren Rückhalt entzogen, besetzte der Iran mit einem erneuten Angriff Mahabad, sodann am 16. Dezember 1946 die Volksrepublik Mahabad völlig unter die Kontrolle des Irans gerat. Qazî Mihemed, der am 22.1.1946 am Çwar Çira Platz die Republik ausrief, wurde am selben Platz am 30.März 1947 hingerichtet. Mit ihm wurde der Verteidigungsminister Seyfi Qazi und sein Bruder Sedrî Qazî am selben Tag und Ort ebenfalls hingerichtet.

Kultur

Mahabad ist unter den KurdInnen als Symbolstadt des Heroismus und nationalen Denkens be-kannt.
Ristemê Zal, eines der wichtigsten Epen der kurdischen verbalen Literaturkultur, stamm aus Mahabad und ist ein Symbol des Mutes, der Tapferkeit, des Patriotismus und der Revoluti-on. Sowohl der Widerstand des Dimdim Schlosses, als auch die Erfahrung als Volksrepublik, nimmt im nationalen Bewusstsein des Volkes einen wichtigen Platz.
Abgesehen davon ist Mahabad für KurdInnen ein wichtiges kulturelles Zentrum. Die älteste Religion der KurdInnen, Zoroastrismus, hatte Ihre Geburt in Mahabad.
Im Weiteren sind zahlreiche wichtige Wissenschaftler, Dichter und Autoren, wie Wefayî (1844-1902), Ebdullah Misbahedîn (1862-1912), Hêmin (1920-1986), Hejar (1920-1990), Ebdurihman Zabihî (1920-1980) und Gîwî Mukriyanî, die der kurdischen Sprache einen gro-ßen Beitrag geleistet haben, stammen auch aus Mahabad.
Im kurdischen Roman des berühmten kurdischen Autors Jan Dost „Mijabad“ („Die neblige Stadt“) ist es möglich, die Stadt Mahabad und die Bevölkerung näher zu betrachten.

Märtyrer

Das Testament Qazî Mihemeds ist für Mahabads Jugend weiterhin eine Inspirationsquelle. Zahlrei-che Jugendliche haben sich der Guerillabewegung mit großem Stolz angeschlossen und führen das historische Erbe Mahabads, das Symbol der nationalen Einheit, weiter, leisten einen tapferen Kampf in Bakur, Başûr und Rojava und wurden zu Märtyrern.
Es sind GenossInnen wie Mazlum Mahabad, der in Amed gefallen ist, Alişer Mahabad, der in Botan, Êrîş Mahabat, der in Çelê zum Held geworden ist. In Dêrsim wurde Aso Mahabad zum Helden, In Qendîl Mahabad Amed, in Şengal Şerbek …
Die Kinder des uralten Bodens, die Jugend Mahabads, wird eines Tages sicher am Çwar Çira Platz mit Ey Reqîb die Selbstverwaltung verkünden.

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