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Mit konsequentem Antifaschismus den Imperialismus besiegen!

by rcadmin

INTERNATIONALES BATAILLON – STÊRKA CIWAN

„Die Statur Lumumbas, heute zerstört, doch morgen wiedererrichtet, erinnert uns an die tragische Geschichte der Märtyrer der Weltrevolution und versichert uns, dass wir dem Imperialismus niemals vertrauen, in keinster Weise.” (Che Guevara, letzte Rede 1965, Algerien)

Efrîn wurde am Abend des 20. Januar durch die türkische Armee und den FSA-Banden angegriffen. In der ersten Nacht wurden mehr als 100 Luftschläge geflogen. Diese Angriffe wären ohne amerikanische und russische Koordination und Erlaubnis nicht möglich gewesen, das war uns von Anfang an klar. Uns war auch klar, dass wir einem übermächtigen Feind gegenüberstehen, der seinen gesamten militärischen, ideologischen, finanziellen und medialen Apparat gegen eine kleine Enklave im westlichsten Abschnitt Nordsyriens in Bewegung gesetzt hat. Als sich ein paar Hände voll ausländischer YPG Kämpfer am Morgen des 21. Januars freiwillig meldeten, um sich dem faschistischen Heer entgegen zu stellen, war uns das alles klar. Doch was kann die Antwort auf eine faschistische Aggression sein, außer konsequenter Antifaschismus? Was kann die Antwort auf einen imperialistischen Überfall sein, außer revolutionärer Internationalismus?!

Die Geister aller vergangenen antifaschistischen Kämpfe flammten einmal mehr in Efrîn auf, die objektiven Bedingungen sprechen eine klare Sprache: Efrîn nicht mit allen Mitteln zu verteidigen ist nicht nur Verrat am kurdischen Volk und der Revolution, sondern gleichkommend mit dem Tod der Tradition des Internationalismus, wie sie uns über Generationen übertragen wurde. Wir stehen an einem historischem Wendepunkt. Können wir die gerechte Kontinuität Spaniens, Vietnams, Angolas und Palästinas sein? Richten wir unsere Waffen auf die faschistischen Besatzer im Namen Missak Manouchians oder weichen wir zurück? Die Geschichte wird über uns urteilen.

So international wie die Waffen der Faschisten waren, waren es auch die Herzen der Partisanen.

Und so zogen wir durch die Dörfer und Wälder, Schulter an Schulter mit unseren kurdischen, arabischen und syrischen Freunden. Die Zärtlichkeit der Völker, in ihrer Brüderlichkeit und Solidarität vereint, verkörperte sich in jedem trockenen Stück Brot, das wir miteinander teilten, in den Wasserkanistern, die wir Kilometer lang auf unseren Schultern unter Artilleriebeschuss trugen, damit unsere Freunde die Nacht nicht durstig bleiben. Wir hören immer noch das freudige Lachen der Kinder, als wir durch ein Dorf zogen und genauso erinnern wir uns an den Klang der deutschen Leopard2-Panzer, die einige Tage später über die Trümmer des Dorfes fuhren…

Die Jugend ist die Avantgarde!

Liebe Genossinnen und Genossen, machen wir uns nicht die Illusion zu sagen, das Russland und die USA uns verraten hätten, sie waren nie unsere Freunde. Der Imperialismus will keine Partner, er will Sklaven! Im geopolitischen Chaos zwischen Strategie und Taktik müssen wir uns unserer ideologischen Linie stets bewusst sein. Gegen die Revolution Kurdistans im Allgemeinen und gegen Rojava und Efrîn im Besonderen wird international Krieg geführt, da sie den Entwurf einer Alternative zur kapitalistischen Moderne darstellt, also muss sich der Widerstand internationalisieren.

Und es ist wahr: so international wie die Waffen der Faschisten waren, waren es auch die Herzen der Partisanen. Wahrlich sind aus unseren Reihen einige keinen Schritt zurückgewichen. Sie sind bei der Erfüllung ihrer internationalistischen Pflicht und an der Seite ihrer kurdischen Genossinnen im Freiheitskampf unsterblich geworden. Wir erinnern uns an Şehîd Kendal, dessen jedes Wort Feuer gefangen hatte, seitdem er wusste, dass wir nach Efrîn gehen, an Şehîd Baran, der sich mit kämpferischem Mut aus dem Şengal auf den weiten Weg gemacht hatte, an Şehîd Şahîn mit seinem gefestigten und herzlichen Blick und Şehîd Hêlîn, an die wir nicht denken können, ohne ihr entschlossenes Lächeln vor Augen zu haben. Sie waren die wahren Freunde der Revolution, ihr Weg wird weiter gehen, bis ihre Ideale verwirklicht wurden.

Gegen die Revolution Kurdistans im Allgemeinen und gegen Rojava und Efrîn im Besonderen wird international Krieg geführt (…) also muss sich der Widerstand internationalisieren.

Gerade um diesem Versprechen gerecht zu werden, müssen wir gnadenlose Selbstkritik üben. Liebe Genossinnen und Genossen, wo war ihr nach 6 Jahren Revolution in Rojava? Wie kann es sein, dass nur zwei Dutzend Internationalisten in Efrîn an der Seite des Widerstandes standen? Es hätten Hunderte, wenn nicht Tausende organisiert sein müssen. Wie kann es sein, dass sich die Straßen in Europa nicht wie zu Zeiten des Vietnamkriegs oder des Irakkriegs gegen die Aggressoren erheben? Wir müssen uns diese Fragen stellen und kompromisslos beantworten, auch wenn die Antworten schmerzlich sind: sind wir zu unorganisiert? Sind uns unsere Ketten zu lieb? Ist das Leben in der kapitalistischen Metropole zu bequem und ist Internationalismus eine Phrase für Demonstrationen und Veranstaltungsabende geworden, oder ist es revolutionäre Praxis? Richten wir die Waffen der Kritik auf uns selbst, damit wir lernen und wachsen und organisieren. Denn wenn sich die Jugend nicht an einer revolutionären internationalistischen Praxis orientiert, sich nicht an die Seite der Revolution stellt und mit ihr kämpft, wird es sonst niemand tun! Die Jugend ist die Avantgarde!

In den gebrochenen Herzen liegt der Keim des Sturms.

Liebe Freundinnen und Freunde, Efrîn wurde besetzt und unsere Herzen wurden gebrochen, doch wie es ein altes Lied aus dem nahen Osten sagt : in den gebrochenen Herzen liegt der Keim des Sturms. Setzen wir den internationalen Kolonialisten den internationalistischen antikolonialen Kampf entgegen! Es gibt nur eine Parole: Befreiung oder Befreiung.

 

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