Ökologische Industrie

Um gegen den kapitalistischen Industrialismus anzukämpfen, ist einer von den drei Lösungsgegenständen in der demokratischen Moderne die ökologische Industrie. Die uneingeschränkte Nutzung von Technik zur maximalen Gewinnerzielung des Kapitalismus kann als Industrialismus definiert werden. Ähnlich wie die Neigung zum maximalen Gewinn dazu geführt hat, dass sich der Staat als maximales Machtinstrument in der Form des Nationalstaats reorganisiert hat, wurde auf selbige Art die (Aus)Nutzung technischer Ausstattung mit der Intention maximalen Profits in der Gestalt des Industrialismus organisiert. Die Hauptgefahr des Industrialismus besteht jedoch darin, dass eine lebendige und eine gefühlvolle Gesellschaft sich zu einem mechanischen Friedhof von Gegenständen verwandelt, und zu einer Roboter Gesellschaft wird. Solange und wenn dem Industrialismus keine Grenzen gesetzt werden, wird auf Dauer in dieser Welt keine Gesellschaft mehr mit einer gesunden Gefühlswelt fortexistieren. Mechanisierung der Gesellschaft wird nach einer gewissen Zeit bei einem bestimmten Schwellenwert zu der Zerstörung der Gesellschaft führen.
Die Neigung des Kapitalismus, den Industrialismus ständig zu maximieren, kann vielleicht eine gefährlichere Ausrichtung sein als reiner Krieg. Es ist jetzt schon bemerkbar, dass die natürliche Welt von der Umwelt getrennt wurde und in solchen von der Natur losgelösten Städten sich zu den Gefangenen des virtuellen Lebens entwickelt hat. Die Grundlage dafür, dass die Städte sich in so einer Form entwickeln und sich wie ein Krebsgeschwür vergrößern können, ist der Industrialismus. Die Städte entwickeln sich zu Monster, die unseren lebendigen Planenten absorbieren. Städte, die Millionen von Einwohner_innen haben, besitzen keine sozialen Sinne. Gerade weil diese Arten von Städten auf keiner Notwendigkeit basieren, kann deren krebsartiges Wachstum als Krankheit bezeichnet werden.

Dementsprechend übertreffen die Todesfälle durch Verkehrsmittel allein mit den Unfällen, die sie hervorgerufen haben, längst die Kriegsbilanzen. Mit dem Lärm, der Luftverschmutzung und der Rückentwicklung der Menschen, die die Verkehrsmittel verursachen, sind diese längst nicht mehr nur Mittel, um die Fortbewegung zu erleichtern. Als ein weiterer Bestandteil des Industrialismus haben die virtuellen, visuellen und schriftlichen Kommunikationsmittel die Menschheit von der Wirklichkeit entfremdet und sie zu Abhängigen einer virtuellen Welt gemacht. Die Massen von Individuen, die ihren Bezug zur Gesellschaft mit entsprechender Realität verloren haben, bringen am Besten zum Ausdruck, wie sehr die Gesellschaft atomisiert wird. Die Massen, die sich aufgelöst haben und eigentlich keine Gesellschaft mehr bilden, sowie Kriegs -und Rüstungsindustrien die schon lange ein solches Ausmaß erreicht haben, dass die Menschheit mit ihrer gesamten Umwelt schon längst geschluckt worden sein müsste, sind einige Gegebenheiten.
Die Menschen als Lebewesen, die nur mit ihrer Umwelt überleben können, genauso wie auch zahlreiche andere Lebewesen – dazu gehören auch Pflanzen und Wälder – werden vom Industrialismus in ökologischer Hinsicht geopfert. Den Techniken des Industrialismus und der kapitalistischen Moderne, die ohne Zweifel zur Zerstörung der ganzen Welt führen, steht die demokratische Moderne gegenüber, dessen Herangehensweise an die Industrie komplett ökologisch ist.

Eine Industrie, die nicht ökologisch ist, trägt mindestens genauso zur Zerstörung der Gesellschaft bei wie der Kapitalismus und der Nationalstaat. Die Elemente der demokratischen Nation und der kommunalen Ökonomie der demokratischen Moderne sollen allerdings nicht ohne die Technik und die Industrie in die Praxis umgesetzt werden. Im Gegenteil erfordert diese Moderne mit ihren Elementen die bewusste Nutzung der Wissenschaft und der Entwicklung der Technologie in der Industrie. Die eigentliche Bedeutung der Industrie für die Gesellschaft wird an diesem Punkt deutlich. Die Industrie als Ganzes hat ihre Relevanz für die Gesellschaft in dem Ausmaß, als dass sie zu ihrer Existenz, ethisch und politischen Ausgereiftheit, sowie demokratischen und wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt. Ohne Zweifel ist es einer der wichtigsten Aufgaben der ethisch politischen Führung dieses Ausmaß zu bestimmen.

Selbst wenn die Gesellschaften des mittleren Ostens aufgrund der kapitalistischen Industrialisierung noch nicht das Ausmaß an Zerstörung erlebt haben, wie andere Weltmetropolen, sind diese trotzdem einer längerfristigen Zerstörung aufgrund des Systems der zentralen Zivilisation, welches die Eigenschaften hatte, jahrhundertalte Umwelten zu zerstören und der negativen Auswirkungen, die die vorangegangene neolithischen Gesellschaft hervorgebracht hat, ausgesetzt. Dadurch, dass sie mehr als 5000 Jahre lang die zentrale Zivilisation gefördert haben, hat dies dazu geführt, dass die Zerstörung eine größere Dimension angenommen hat. Die Entwaldung findet schon lange in großem Maße statt. Das Gebiet, welches einst für Pflanzen und Tiere ein Paradies war, hat sich für diese zu einer Hölle verwandelt. Im aktuellen Zustand, benötigt dieses Gebiet am meisten ökologisches Leben. Eine vollkommene ökologische Industrie könnte das Gebiet in seine vorherige Produktivität und Fruchtbarkeit zurückbringen.

Gesellschaftliche Probleme haben folgende Eigenschaften: Wo die Probleme am stärksten verankert sind, dort sind auch die Lösungswege dementsprechend reif. Unlösbare Probleme sind unvorstellbar. Der zeitliche und örtliche Rahmen, an dem die Probleme auftauchen, beinhaltet gleichzeitig die Lösungsansätze in sich verborgen. Wie überall auf der Welt auch vorhanden, gibt es im Nahen Osten ökologische Lösungsansätze, die mindestens genauso viel Relevanz haben wie die politischen Revolutionen. Israel ist in diesem Punkt sehr vorbildlich. Durch den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt, den Israel in der ökologischen Industrie gebraucht, macht Israel selbst in der Wüste paradiesartige Lebensbedingungen möglich.

In allen Ländern in der Umgebung von Mittelost, werden die ökologischen Industrien mit kommunaler Wirtschaft die Hauptbedürfnisse der Gesellschaft von Freiheit, Gleichheit und Demokratie, sowie ihren nachhaltigen Aufbau von neuem ermöglichen. Anstatt Industrialisierung ist ein ökologischer Aufbruch der wahre und vorrangigste Bedarf. Wenn fortschrittliche europäische Länder versuchen, ihre nicht-ökologische Industrie durch eine ökologische zu ersetzen, wird die Tatsache, dass sie Lieferant von Textilien, Tourismus und Autos sind, die Probleme der Gesellschaft nur vertiefen. Der Kapitalismus wird die Menschheit auf diesem Weg in eine globale Katastrophe bringen. Dagegen muss der teschnische Grundbau der Demokratische Moderne ökologisch sein. Bevor wir uns in die Industrialisierung und die Verleugnung der Industrie begeben, wird eine zu entwickelnde kommunale ökologische Wirtschaft die Kraft besitzen, die demokratische Moderne und das demokratisch nationale Leben zu vervollständigen und auf einen stabilen Punkt zu bringen .

Als ein Land in dem der Kapitalismus, der Nationalstaat und die Industrialisierung am wenigsten entwickelt sind, ist Kurdistan in der Lage diesen Zustand sowohl für den ökologischen, als auch kommunal-wirtschaftlichen Aufbau am Besten zu bewerten. Dieser (vermeintliche) Nachteil kann zu einem Vorteil entwickelt werden. Indem die ganze Menschenmenge, die Arbeitslosen innerhalb ökologisch kommunaler Wirtschaft mobilisiert werden, kann das paradiesische Land von früher auf dem Weg der Demokratischen Zivilisation, als Demokratische Nation neu aufgebaut werden.
Dazu bedarf es nur eines würdevollen und von Liebe erfüllten Zusammenlebens in einem freien Land und einer demokratischen Gesellschaft!

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