Nurettin Demirtaş
Die „Serî Hilde“ Kampagne ist aus einer tiefen Notwendigkeit heraus entstanden und stieß in der Gesellschaft auf Zustimmung. Aber im Bezug auf die Mittelschicht zeigt sich, dass wenn diese sich nicht einmal mit der „Serî Hilde“ Kampagne richtig erhebt, dass gegen diese Mittelschichtsmentalität ein noch stärkerer ideologischer und organisatorischer Kampf geführt werden muss.
Ein Mittlerer Osten, der Krieg und Chaos auf dem höchsten Niveau erlebt und damit verbunden die Realität des Volkes, das genozidähnlichen Angriffen ausgesetzt ist; In solch einer Situation kann man nicht davon sprechen, dass es ernsthaft eine andere Möglichkeit gibt, als aufzustehen („Serî Hilde“) und den Widerstand zu vergrößern.
Die Größe des Widerstandes kann nur in Anbetracht der Größe der Bedrohung gesehen und verstanden werden. Weil die Mittelschicht solche Bedrohungen jedoch nicht kennt, nimmt sie automatisch die Rolle der Schwächung des Widerstandes ein.
Es ist offensichtlich, dass es in der Mittelschicht ein Problem gibt, einen echten Völkermord als solchen zu erkennen und sich von diesem Völkermordsystem zu lösen.
Ist es denn wirklich möglich, nach den Selbstverwaltungswiderständen von Sur, Cizre und Nusaybin Völkermord nicht zu verstehen? Das überhaupt zu fragen mag seltsam erscheinen, doch denen, die Forderungen an dieses System stellen, hat auch diese Lage offensichtlich nicht die Augen geöffnet. Trotz all dem aber hat sich der Geist vom Mehmet Tunç in der Gesellschaft ausgebreitet.
Inzwischen ist der Faschismus in sein Niedergangsstadium eingetreten. Es ist offensichtlich, dass sein Ende nah ist. Trotzdem, und das ist bemerkenswert, steht unsere Mittelschicht immer noch nicht auf! Während die Mittelschicht in anderen Teilen der Erde, wenn man kurz vor dem Sieg steht, sogar die Vorreiterrolle einnimmt, hat sie bei uns ein Problem damit „den Sieg und das Ende des Faschismus im Widerstand zu sehen“. Sie sehen es nicht oder aber, selbst wenn sie es sehen würden, würden sie es nicht fertigbringen, die Schiffe hinter sich zu verbrennen. Auch wenn sie Kurden sind, vielleicht bringen sie es irgendwie nicht fertig, Kurden zu sein. Was soll man noch dazu sagen, „Serî Hilde“ ist der Geist, der dem Völkermord an den Kurden und dem Faschismus ein Ende setzten wird.
Dieses Ende zu beschleunigen bedeutet den Widerstand des Vorsitzenden APO zu verstehen und sich mit ihm zu vereinen. Vielleicht aber hat die Mittelschicht, hinsichtlich der Rolle und der Haltung des Vorsitzenden APO, das Problem sich erst selbst überzeugen zu müssen. Obwohl der Architekt des Friedens (gemeint ist Abdullah Öcalan A.d.Ü.) deutlich gemacht hat, dass diese Arbeit nicht ohne Widerstand stattfinden kann.
Der Vorsitzende APO hat auf jeder Stufe des Kampfes der noch so kleinsten Lösungs- oder Friedensmöglichkeit einen großen Wert beigemessen und wenn es auch nur den Hauch einer Lösung gab, war er gegen den Krieg. Die Entwicklungen haben jedoch solch ein Ausmaß angenommen, dass es keine andere Wahl mehr gibt, als gegen den AKP-MHP Faschismus Widerstand zu leisten. Das ist klar: Man kann nicht mit dem Genozid leben! Dem muss ein Ende gesetzt werden!
Doch es ist nicht nur von der Zerstörung der revolutionären Errungenschaften des kurdischen Volkes die Rede, sondern von der Zerstörung der freien Zukunft aller Völker im Mittleren Osten. Mit dem Mittleren Osten befindet sich das freie Leben der gesamten Menschheit in großer Gefahr, dass versucht wird auszulöschen.
Amerikanische, kanadische, englische, deutsche, argentinische und französische RevolutionärInnen, die dies in ihren Herzen fühlen, beteiligen sich an der Revolution in Kurdistan und kämpfen in den vordersten Reihen, wie etwa in Rojava. Was braucht die Mittelschicht noch, damit sie Mut bekommt?
Sie sind Zeuge davon, wie die revolutionären Kräfte des türkischen, arabischen und kurdischen Volkes Schulter an Schulter kämpfen und wie diese Front jeden Tag größer wird.
Unser Volk, dass die Freiheit des Repräsentanten des kurdischen Volkes Abdullah Öcalan als ihre eigene Freiheit sieht, sind für den Vorsitzenden APO überall auf den Beinen und machen Aktionen, besonders die Frauen und die Jugend.
Der überall stattfindende Widerstand der Frauen, der furchtlosen Verteidigerinnen des Gartens der Freiheit, ist die frohe Botschaft, dass das 21. Jahrhundert das „Jahrhundert der Freiheit“ sein wird.
Der Widerstand der Arbeiter gegen den Kapitalismus ist die Garantie eines alternativen Lebens.
Schließlich ist der „Serî Hilde“ Widerstand der Jugend ein Sturm, der das Feuer der Revolution in der Gesellschaft auflodern lässt.
Man kann nicht mit dem Faschismus zusammenleben! Nur mit Reden, mit Kritik, mit Wahlen, mit Opposition kann der Faschismus nicht überwunden werden.
Verbrenn die Schiffe hinter dir, erheb dich, Serî Hilde!